Home | english  | Impressum | Sitemap | KIT

Tagung: Epistemic and Learning Cultures at the University of the 21st Century

 

Interdisziplinäre und internationale Konferenz am Karlsruher Institut für Technologie, 05. bis 06. Dezember 2013, Karlsruhe
Logo Tagung

Im Rahmen des BMBF-geförderten KIT-Projekts „Lehre hoch Forschung“ (Gesamtprojekt: Qualitätspakt Lehre) lädt der Lehrstuhl Lehr-Lernforschung des Instituts für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik (KIT) in Kooperation mit dem Lehrstuhl Soziologie des Wissens (KIT), dem House of Competence (KIT) und der Universität Tübingen zur Konferenz „Epistemic and Learning Cultures at the University of the 21st Century“. Die Konferenz wird zudem von der DFG gefördert.

Tagungsbericht

Ein Blick in die Praxis führt eher das Ungerade vor Augen als ein Blick in die Theorie. Setzt man Wissenschaft nicht unmittelbar mit Theorie gleich, sondern betrachtet sie wie andere Bereiche der Gesellschaft als ein Feld von Praxen, fällt das Ungeordnete, das Ungleichzeitige und Widersprüchliche auf. Grenzen zwischen der Wissenschaft und anderen gesellschaftlichen Institutionen und Feldern werden unscharf. Auch in der Forschung zeigt sich, dass das Prinzip der Wissenschaft auf verschiedenen Gebieten unterschiedlich funktioniert, dass die handelnden Akteure sich Deutungs- und Handlungsmuster angeeignet haben, die nicht rein auf wissenschaftlichem Hintergrund entstanden sind und in diesem Feld eine eigene Wirkung entfalten. Das Werk „Wissenskulturen“ von Karin Knorr Cetina aus dem Jahr 1999 (deutsch 2002) legte ebendies anhand ethnografischer Studien in der Kernforschung und in der Molekularbiologie offen. Der Titel prägte damit einen Begriff von wissenschaftlicher Praxis, der mit der Vorstellung eines einheitlich und konsistent verlaufenden Erkenntnisfortschritts brach und die je spezifischen ‚Mechanismen’ einer Disziplin zur Wissenserzeugung und Wissensdurchsetzung beleuchtete.

An diesen selbstkritischen Blick anknüpfend fand am 5. und 6. Dezember am Karlsruher Institut für Technologie die internationale Fachtagung „Wissens- und Lernkulturen der Universität des 21. Jahrhunderts“ statt (von der DFG gefördert). Ines Langemeyer hatte diese Tagung während ihrer Professurvertretung 2013 zusammen mit Michaela Pfadenhauer (Wissenssoziologie) und Martin Fischer (Berufspädagogik) initiiert. Ziel des internationalen und interdisziplinären Austauschs war es, das Potenzial von forschungsorientierten Lehr-Lernmethoden und den BMBF-Fördermaßnahmen des Qualitätspakts Lehre aus verschiedenen disziplinären Blickwinkeln und aus internationaler Perspektive zu betrachten. Wissens- und Lernkulturen wurden dabei nicht nur als didaktischer Gegenstand, sondern auch im Spiegel einer veränderten Forschungs- und Wissenschaftspolitik, eines Umgangs mit Wettbewerbsfaktoren und Erwartungen an eine universitäre Organisationsentwicklung sowie als Problem der sich abzeichnenden Akademisierung der Berufswelt diskutiert.

Die Keynote hatte Karin Knorr Cetina (Universität Chicago). Weitere ReferentInnen waren: Bernhard Schmidt-Hertha (Universität Tübingen), Jochen Gläser (TU Berlin), Uwe Wilkesmann (TU Dortmund), Cathrine Hasse (Universität Aarhus), Monika Nerland und Karen Jensen (Universität Oslo), Michaela Pfadenhauer, Stefanie Enderle und Felix Albrecht (KIT), Gerd Gidion und Nadine Simone Löffler (KIT), Isa Jahnke (Universität Umeå), Anke Diez und Katrin Klink (KIT, Personalentwicklung), Kari Kantasalmi (Universität Helsinki), Ernst Schraube und Niklas Chimirri (Universität Roskilde), Rita Berger (Universität Barcelona), Jesper Eckhardt Larsen (Universität Aarhus), Martin Fischer (KIT) und Ines Langemeyer (Universität Tübingen)

 

Die Beiträge werden in einem Tagungsband beim Juventa-Verlag veröffentlicht. Ein ausführlicher Bericht ist unter www.lehr-lernforschung.org nachlesbar.

Das Tagungskonzept steht Ihnen in deutscher und englischer Sprache als Download bereit.