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Projekt: AiKo – ProdLog – Anerkennung informell erworbener Kompetenzen im Bereich der produktionsnahen Logistik

Förderung:

Fehler

Projektträger:

AgenturQ
Agentur zur Förderung der beruflichen Weiterbildung in der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

Projektpartner:

Karlsruher Institut für Technologie
Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik
Leiter: Prof. Dr. Martin Fischer
Cüneyt Sandal, M.A.
Ines Rohrdantz-Herrmann, M.A.

 

Projektbeschreibung:

Das Projekt AiKo-ProdLog knüpft an das bereits abgeschlossene Projekt AiKo (Anerkennung informell erworbener Kompetenzen in der Metall- und Elektroindustrie, gefördert vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft in Baden-Württemberg im Rahmen der „Allianz für Fachkräfte“, Laufzeit: Juli 2012 - April 2015) an.
Im Projekt AiKo ist ein Instrument (AiKomPass) zur Sichtbarmachung informell erworbener Kompetenzen entwickelt worden, das u. a. dazu dient, Fachkräftepotenziale ausfindig und für den Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg nutzbar zu machen. Das Instrument beruht i. W. auf einem Aufgabeninventar – einer strukturierten Darstellung der in der Fertigung in der M+E-Industrie vorfindlichen Arbeitsaufgaben. Die Nutzer des Instruments können angeben, inwieweit sie die dort vorgegebenen Aufgaben in den Arbeitsfeldern Arbeitsvorbereitung, Produktion und Instandhaltung beherrschen und auf dieser Basis ein persönliches Kompetenzprofil erstellen.
Eine wesentliche Neuentwicklung ist, dass von AiKomPass nicht nur die typischen Arbeitstätigkeiten erhoben werden, sondern auch Kompetenzen, die sich aus Aktivitäten aus dem Freizeitbereich entwickeln. Voruntersuchungen haben ergeben, dass wesentliche überfachliche Kompetenzen eher außerhalb der Arbeit, z. B. durch ehrenamtliches Engagement, Hobbys oder in der Familie erworben werden.

Die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen ist nicht nur eine Frage der sachgerechten Abbildung von Kompetenzen, sondern auch eine Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz. In dieser Hinsicht ist in AiKo ein Verfahren der partizipativen Technikentwicklung erarbeitet und erprobt worden – unter Einbeziehung von Sozialpartnern, Personalverantwortlichen, Betriebsräten, Arbeitsvermittlern, Wissenschaftlern, Betroffenen etc., das gleichermaßen zur Praktikabilität wie auch zur gesellschaftlichen Akzeptanz des Instruments AiKomPass beigetragen hat.

Was ist neu in AiKo-ProdLog:

Das Projekt AiKo hat sich innerhalb der Metall- und Elektroindustrie mit den Arbeitsbereichen Arbeitsvorbereitung, Instandhaltung und Produktion befasst, weil dies die Bereiche sind, in denen viele Beschäftigte entweder keinen (Produktion) oder keinen für den Arbeitsbereich spezifischen formalen Abschluss (Arbeitsvorbereitung und Instandhaltung) nachweisen können. Der im Projekt AiKo entwickelte Ansatz soll im Rahmen des Projektes AiKo - ProdLog für den Bereich der Lagerlogistik und der produktionsnahen Logistik erweitert werden, so dass alle wesentlichen Bereiche in der Metall- und Elektroindustrie abgedeckt sind.

In der produktionsnahen Logistik arbeiten neben Facharbeitern/-innen besonders viele An- und Ungelernte – sei es als betrieblich Beschäftigte oder in Form von Zeit- und Leiharbeit. Die Beschäftigtengruppe der An- und Ungelernten trägt ein besonders hohes Arbeitslosenrisiko. Gleichzeitig wird in diesem Bereich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB, Projekt QuBe - Qualifikation und Beruf in der Zukunft) und anderen Instituten ein besonders großer Fachkräftemangel prognostiziert. Daher stellt sich die Frage, ob das Beschäftigungsrisiko von An- und Ungelernten sowie der Fachkräftemangel der Wirtschaft durch Ansätze zur Anerkennung informell erworbener Kompetenzen gemildert werden kann, wie sie im Projekt AiKo entwickelt worden sind.

Die Arbeitsaufgaben im Bereich der Lagerlogistik und der produktionsnahen Logistik sind nicht nur spezifisch für die Metall- und Elektroindustrie, sondern sind auch für Beschäftigte und Arbeitssuchende im Bereich der Lagerlogistik und der produktionsnahen Logistik aus anderen Branchen nutzbar.

Zielsetzung des Vorhabens:

Das geplante Entwicklungsvorhaben intendiert in drei Phasen, (1) Arbeitsaufgaben im Bereich der produktionsnahen Logistik zu erheben, (2) das existierende Tool AiKomPass um dieses Aufgabeninventar zu erweitern und gleichzeitig insgesamt weiter zu optimieren sowie (3) für seine Verbreitung zu sorgen (z. B. in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern IG Metall und Südwestmetall, der Agentur für Arbeit, den Kammern u. a.).

Im Fokus des Projektes stehen die An- und Ungelernten und die Gruppe der Facharbeiter. Für beide Zielgruppen soll empirisch erhoben werden, welche informell erworbenen Kompetenzen im Bereich der produktionsnahen Logistik relevant sind und wie diese Kompetenzen mit Hilfe des Instruments AiKomPass sichtbar gemacht werden können.