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AIKO – Anerkennung informell erworbener Kompetenzen

Mittelgeber:

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gefördert im Rahmen der Fachkräfte-Initiative aus Mitteln der Enquete-Kommission „Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft“.

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Projektlaufzeit:

01.07.2012 – 31.12.2014

 

Projektmitarbeiter am Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik (IBP) des KIT:

Prof. Dr. Martin Fischer

 

Projektbeschreibung:

Im Kontext der europäischen Initiative für Lebenslanges Lernen hat sich die Enquêtekommission „Fit für das Leben in der Wissensgesellschaft –berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung“ des baden-württembergischen Landtags unter anderem mit der Frage befasst, wie die Menschen im Land sich beruflich und persönlich optimal weiterentwickeln können, damit so vor allem dem Fachkräftemangel vorgebeugt werden kann. Informelles Lernen gewinnt in diesem Rahmen zunehmend an Bedeutung und damit auch die Notwendigkeit, Lernleistungen (Kompetenzen) aus informellem Lernen zu dokumentieren oder zu zertifizieren. Ergebnisse beruflichen Lernens können so sichtbar gemacht werden, Arbeitsplatzwechsel und berufliche Karriereplanungen können unterstützt werden.

Das geplante Forschungs-und Entwicklungsvorhaben intendiert, den Bedarf für die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen im Bereich der Metall- und Elektroindustrie herauszuarbeiten, ein Instrument für die Anerkennung von informell erworbenen Kompetenzen zu entwickeln und für seine Verbreitung zu sorgen. Im Fokus des Projektes stehen die An- und Ungelernten und die Gruppe der Facharbeiter. Für beide Zielgruppen soll empirisch erhoben werden, welche informell erworbenen Kompetenzen den beruflichen Werdegang am meisten beeinflussen, im positiven wie im negativen Sinne.

Angestrebt wird die Entwicklung einer empirisch validierten Struktur und Vorgehensweise für die Dokumentation und Bewertung informell erworbener Kompetenzen. Diese Struktur soll mit den aktuellen Entwicklungen für ein europäisches Leistungspunktesystem im Bereich der Berufsbildung kompatibel, durch die Einbeziehung der Sozialpartner konsensfähig und auf dem Arbeitsmarkt verwertbar sein.

Vorgehensweise:

Für die Erhebung des Bedarfs informell erworbener Kompetenzen und ihrer Bedeutung für die berufsbiografische Gestaltung, werden zunächst Interviews mit Mitarbeitern aus typischen Tätigkeitsfeldern der Metall- und Elektroindustrie, mit Berufsrückkehrern und Arbeitssuchenden sowie Personalverantwortlichen, Fach- und Führungskräften und Betriebsräten geführt. Die Interviews sollen Aufschluss darüber geben welche Kompetenzen Arbeitskräfte und Arbeitssuchende überwiegend informell erworben haben und welche Bedeutung die fehlende Anerkennungsmöglichkeit dieser Kompetenzen im Kontext ihrer Erwerbsbiografien hatte und hat. Berufsbildungsexperten, Repräsentanten der Sozialpartner IG Metall und Südwestmetall sowie Vertreter der Arbeitsagenturen und Kammern werden anschließend in die Auswertung der Untersuchung mit einbezogen.

Im nächsten Schritt wird ein Instrumentarium für die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen entwickelt, das dem aktuellen Diskussionsstand der Kompetenzdiagnostik gerecht wird. Dabei sollen auch Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern, insbesondere der Schweiz, berücksichtigt werden.
Denkbar ist beispielsweise ein Evaluationsbogen für die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen, der auf einem Raster potenzieller Arbeitsaufgaben in den angesprochenen Tätigkeitsfeldern basiert und unterschiedliche Perspektiven (z. B. Selbst- und Fremdeinschätzung) auf die informell angeeigneten Kompetenzen in den Tätigkeitsfeldern enthält.
Die Lösung soll als Software-Tool realisiert werden, um eine möglichst breite Zugänglichkeit zu schaffen und auch die Einbindung von Foto-, Video- und Textdokumenten ermöglichen.

Schließlich gilt es, ein mögliches Verfahren zur Anerkennung informell erworbener Kompetenzen sozialverträglich in die Berufsbildungslandschaft Deutschlands einzubetten. Zu diesem Zweck wird der in der ersten Projektphase gestartete Dialog mit Vertretern der unterschiedlichen Interessengruppen fortgesetzt und intensiviert.

Projektträger/ Projektpartner:

Agentur Q (Stuttgart) - Projektträger
PH Heidelberg: Prof. Dr. Peter Röben
KIT Institut für Berufspädagogik

weitere Kooperationspartner:

Unternehmen aus dem Bereich der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg (v. a. KMU)

 

Englisch

Die Informationen über dieses Projekt können Sie hier in englisch finden: AIKO-Projektbeschreibung_en.pdf