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Textüberschrift 882

Projektlaufzeit: 01.10.2008-30.09.2011

Kurzdarstellung:


Prokrastination, das Aufschieben von Handlungen, ist unter Studierenden ein weit verbreitetes Phänomen: Anstatt mit der Vorbereitung auf eine wichtige Prüfung zu beginnen, müssen noch „wichtige“ E-Mails beantwortet oder die Wohnung sorgfältig aufgeräumt werden. Nicht selten erweist sich das Phänomen der Prokrastination als Hindernis für ein effizientes und zufriedenstellendes Studium. Dementsprechend äußert ein Teil der betroffenen Studierenden den Wunsch, das eigene Aufschiebeverhalten gezielt zu verändern.

Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Erforschung von Prokrastination im Hochschulkontext in Deutschland bisher vernachlässigt worden. Durch das Kooperationsprojekt „ProDI-H“ der Universitäten Bielefeld und Karlsruhe (KIT) sollen erste Schritte unternommen werden, um diese Forschungslücke zu schließen.

 

Ziel:


Ziel des Projekts ist es, empirisch fundiertes Handlungswissen über das Phänomen der Prokrastination von Studierenden zu gewinnen. Auf der Basis dieses Handlungswissens soll gemeinsam mit den Projektpartnern ein System zur Diagnose problematischen Prokrastinationsverhaltens entwickelt und validiert werden. Die nutzeninspirierten Forschungsarbeiten münden in die Entwicklung und Evaluation individualisierter Interventionen zur Reduzierung von Prokrastinationstendenzen. Das System leistet einen Beitrag zu einer erfolgreichen Gestaltung des Studienalltags und zur Reduzierung von Studienabbrüchen.

Arbeitsplanung:

Der Projektablauf gliedert sich in drei Arbeitsphasen:


1. Zunächst werden in der ersten Arbeitsphase an beiden Projektstandorten Interviews mit Studierenden und Studienberatern durchgeführt, um ihre subjektiven Theorien zur Prokrastination im akademischen Kontext zu erfassen und somit neue Einblicke in das Wirkungsgefüge der akademischen Prokrastination zu erhalten. Des Weiteren soll auf diesen Erkenntnissen aufbauend ein Diagnoseinstrument zur Identifikation problematischer Prokrastinationstendenzen und -typen im universitären Kontext entwickelt werden, das zum Ende der ersten Arbeitsphase einer umfangreichen Validierung unterzogen wird.


2. Das Ziel der zweiten Projektphase besteht darin, modulartige und maßgeschneiderte Interventionen im Hinblick auf die identifizierten Prokrastinationstypen abzuleiten und zu erproben. Nach dem heutigen Erkenntnisstand könnten z.B. Interventionen zur Motivations- und Volitionsförderung, sozialen Kontrolle sowie zum effizienten Zeitmanagement zum Einsatz kommen. Die Interventionen sollen unter anderem in Opensource-Lernplattformen wie Moodle oder Stup.IP integriert werden. Somit wird es für Studierende möglich sein, die Interventionen zeit- und ortsunabhängig in Anspruch zu nehmen. Einhergehend mit der Durchführung soll eine erste Evaluation der Interventionen erfolgen und ggf. eine Modifikation der Maßnahmen stattfinden.


3. Für die letzte Projektphase ist eine Evaluation des Gesamtprojektes, bestehend aus Diagnosemöglichkeiten und Interventionen, geplant. Als mögliche Erfolgsfaktoren könnten die Verringerung der Prokrastinationstendenz, die Verbesserung der Studienleistung und die Steigerung des subjektiven Wohlbefindens herangezogen werden. Weiterhin sollen Workshops konzipiert und Benutzerhandbücher geschrieben werden, um das Diagnose-Interventions-System einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Ansprechpartner am KIT:

Prof. Dr. Gerd Gidion, Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik, Abteilung Berufspädagogik - Lehrstuhl für Technikdidaktik

Cüneyt Sandal, M.A., Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik, Abteilung Berufspädagogik

 

URL zu dem Projektvorhaben:
http://www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/zeigen.html?seite=6893

Link zum Deutschen Bildungsserver:
http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=6893

 

Gefördert durch das BMBF