Home  | Impressum | Sitemap | KIT

A+B Forschungsberichte

In den A+B Forschungsberichten werden aktuelle Forschungsberichte aus der Arbeits- und Bildungsforschung veröffentlicht. Arbeit und Bildung verweist auf die vorberufliche und die berufliche Bildung sowie auf die berufliche Weiterbildung. Diese Form der online-Publikation erlaubt es, Forschungsergebnisse zu einem frühen Zeitpunkt zugänglich zu machen.
Jeder Forschungsbericht durchläuft ein internes Reviewverfahren. Die Reihe A+B Forschungsberichte ist auch offen für externe Autoren, die dem Forschungsnetzwerk durch ihre Forschungsarbeiten verbunden sind. Die Verantwortung für den Inhalt der Beiträge liegt bei den Autoren.

A+B Forschungsberichte is a series where topical results of the current research on labour and education are being published. Labour and education refers to pre-vocational education, vocational education and training as well as continuing vocational education. In order to assure a high degree of topicality, A+B Forschungsberichte is published online. Quality is guaranteed by an internal review process involving several researchers. A+B Forschungsberichte offers a platform also for external researchers, who are linked to the Forschungsnetzwerk via their own research in the field of labour and education. The authors are responsible for the content of their contributions.

 

Forschungsbericht 1

A+B Nr. 1 (2008)
Lars Heinemann / Felix Rauner:
Identität und Engagement: Konstruktion eines Instruments zur Beschreibung der Entwicklung beruflichen Engagements und beruflicher Identität
A+B Forschungsberichte Nr. 1/2008
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe: A+B Forschungsnetzwerk

Zusammenfassung:
Berufsübergreifend sollen bei Auszubildenden Dispositionen bezüglich der Entwicklung beruflicher Identität und dominante Bezugsfelder von Engagement erfasst werden.
Dieser Bericht beschreibt die Entwicklung eines dazu geeigneten empirischen Instrumentariums vor dem entsprechenden theoretischen Hintergrund, stellt dessen psychometrische Gütekriteren dar und entwickelt seine Anwendungsbereiche.

Abstract:
This research report's main topic is the development and psychometric assessment of an empirical tool designed to catch important aspects of apprentices' commitment, motivation and vocational identity in different occupations.
We describe the development of scales measuring different normative reference fields of commitment as well as dispositions regarding the development of vocational identity against its theoretical background. Moreover, we assess the instruments' psychometric qualities and discuss its scope of application.

 AB02

A+B Nr. 2 (2009)
Felix Rauner / Lars Heinemann / Bernd Haasler:
Messen beruflicher Kompetenz und beruflichen Engagements.
A+B Forschungsberichte Nr. 2/2009
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe: A+B Forschungsnetzwerk

Zusammenfassung:
Nachdem international vergleichende Schulleistungsuntersuchungen wie PISA die öffentliche
Diskussion über allgemeine Bildung Jugendlicher deutlich befördert haben, steht der Bereich
beruflicher Bildung bislang noch außen vor. Zum Messen beruflicher Kompetenzen liegen im
Unterschied zur allgemeinen Bildung (z. B. Lesekompetenz, naturwissenschaftliche
Kompetenz) noch keine etablierten Instrumente vor. Der Forschungsbericht stellt anhand
eines eng umrissenen Forschungs- und Entwicklungsvorhabens grundlegende Arbeiten als
Beitrag zur Entwicklung eines Instrumentariums zur Messung beruflicher Kompetenzen vor.
Gleichrangig wird ein Weg aufgezeigt, wie berufliches Engagement und berufliche Identität
Auszubildender erfasst werden können. Dies trägt der Erkenntnis Rechnung, dass berufliche
Identität das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses ist, der auf das Engste mit der
Entwicklung beruflicher Kompetenz verschränkt ist. Abschließend werden im Beitrag
Möglichkeiten einer international vergleichenden Kompetenzerfassung im Bereich der
beruflichen Bildung (Berufsbildungs-PISA) kritisch diskutiert.

Abstract:
International comparative assessments of performance and pupils’ attainments in school like
PISA have engendered many debates about the effectiveness of general education.
However, these discussions have largely ignored the area of vocational education.
Contrasting performance assessments in general education (for example assessing reading
and scientific literacy) established assessment tools in vocational education do not yet exist.
On the basis of a narrowly defined research and development project this research report
outlines a preliminary concept towards the development of a methodological tool to assess
vocational competences. At the same time this tool also can be a means to evaluate work
commitment and the vocational identity of apprentices. The presented approach
acknowledges that the development of a vocational identity is closely connected with the
development of vocational competence in a particular domain. In a final section the report
critically reflects on the possibilities of realising international comparative assessments of
vocational skills as it is put forward with the idea of applying PISA in the area of vocational
education and training.

 AB03

 

A+B Nr. 3 (2009)
Martin Fischer:
Über das Verhältnis von Wissen und Handeln in der beruflichen Arbeit und Ausbildung.
A+B Forschungsberichte Nr. 3/2009
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe: A+B Forschungsnetzwerk

Zusammenfassung:
Der Kompetenzbegriff ist ein hypothetisches Konstrukt, dessen theoretische Grundlagen keineswegs vollständig geklärt sind, insbesondere nicht das Verhältnis von Wissen und Handeln. Es wird vorgeschlagen, von einer dialektischen Relation zwischen Wissen und Können auszugehen. Die Annahme hierbei ist, das Wissen in könnerhaftes Handeln integriert werden kann, wobei Wissen und Handeln sich gegenseitig bereichern, ohne ineinander aufzugehen oder sich gar gegenseitig zu determinieren. Eine Modellvorstellung für diesen Integrationsprozess bietet die Unterscheidung zwischen Hintergrundbewusstsein und Fokalbewusstsein, die NEUWEG in Anlehnung an POLANYI herausgearbeitet hat. Diese Modellvorstellung führt zu der Erkenntnis, dass wir Kompetenz im Sinn von Können nicht einfach besitzen, sondern im Handlungsverlauf erst herstellen – durch die Integration von Wissen auf das Handlungsziel hin.

Abstract:
The concept of competence is a hypothetical construct whose theoretical foundations are anything but completely clarified, particulary not the relationship between knowledge and acting. It is proposed to assume a dialectical relation between knowledge and skills: knowledge can be integrated into skillful acting, whereby knowledge and acting enrich each other without being completely absorbed or mutually determinating each other. An exemplary model for this process of integration is offered by differentiating between background awareness and focal awareness, proposed by Neuweg referring to Polanyi. This model leads to the conclusion that we do not simply own competencies in terms of skills, but rather create them during the process of action – by integrating knowledge in direction to the aim of action.

 AB04

A+B Nr. 4 (2009)
Andrea Maurer/Felix Rauner/Dorothea Piening:
Lernen im Arbeitsprozess – ein nicht ausgeschöpftes Potenzial dualer Berufsausbildung.
A+B Forschungsberichte Nr. 4/2009
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe: A+B Forschungsnetzwerk

Zusammenfassung:
Die Entwicklung beruflicher Kompetenz ist davon abhängig, welche Qualität das Lernen im Arbeitsprozess erreicht. Diese Qualität kann mithilfe des Selbstevaluationstools QEK erfasst werden. Auf der Datenbasis von weit über 200 Bremer Ausbildungsbetrieben werden in die-sem Bericht die Qualitätskriterien Produktive Lernzeiten, fachliches Ausbildungsniveau sowie eigenverantwortliches Lernen, jeweils differenziert nach Branche und Ausbildungsjahr, aus-gewertet. Durchgängig über alle Berufe werden erst im dritten Ausbildungsjahr gute bis sehr gute Qualitätswerte erreicht. Insbesondere im ersten Ausbildungsjahr ist es notwendig, un-genutzte Ausbildungspotenziale besser auszuschöpfen.

Abstract:
The development of vocational competency depends on the quality of learning in work proc-esses. This quality can be measured by the self-evaluation tool QEK. In this research the quality criteria time spent in working process, complexity of work and learning task and self directed learning are analyzed on the data basis of more than 200 companies that take on trainees, differentiated by sector and year of training. Continously in all professions, good and very good quality values are not attained until the third year of training. It is essential to tap the full potential especially in the first year of training.

A+B Nr. 7 

A+B Nr. 7 (2010)
Felix Rauner
Demarkationen zwischen beruflicher und akademischer Bildung und wie
man sie überwinden kann

A+B Forschungsberichte Nr. 7/2010
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe: A+B Forschungsnetzwerk

Zusammenfassung:
Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung gehört zu den zentralen Themen der Bildungsforschung und -politik – national sowie international. Durchgängig wird nach Lösungswegen gesucht, die von den Individuen einen Wechsel von einer beruflichen in einen akademischen Bildungsweg verlangen. Dagegen gibt es nur wenig gelungene Beispiele für durchgängige (duale) Bildungswege. Die sehr große Bandbreite höchst  verschiedener Berufe erfordert zudem eine Differenzierung nach domänenspezifischen Kompetenzprofilen und parallelen Bildungswegen. Ein Potential, das die dualen Formen beruflicher Bildung in durchlässige Bildungssysteme einbringen, besteht in der Berufsfähigkeit, die in beruflichen Bildungsgängen erreicht werden kann. Vorgeschlagen wird ein „Ordnungsrahmen“ für Regelungen zum Übergang von der beruflichen zur hochschulischen Bildung, in dem vier Karrierewege unterschieden werden.

Abstract:
Permeability and progression between vocational and higher education are a major topic for educational research and policy at national and international levels. The search for solutions is primarily focusing on arrangements where individuals would be required to make a transition from vocational education to an academic programme. In contrast, successful examples of continuous dual learning pathways are rare. Moreover, the great variety of occupations requires a differentiation of domain-specific competence profiles and learning pathways. One asset that dual types of vocational education can contribute to education and training systems is the professional aptitude that can be achieved in  locational programmes. A regulatory framework for the transition from vocational education to higher education is proposed, which draws a distinction between four career tracks.

A+B 08

A+B Nr. 8 (2010)

Bernd Haasler/Jochen Eckebrecht
„Fertigungsoptimierung und Personalentwicklung sind untrennbar“ –
Eine explorative Studie arbeitswissenschaftlicher Beratungs- und Forschungspraxis

A+B Forschungsberichte Nr. 08/2010
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe, Weingarten: A+B Forschungsnetzwerk

Zusammenfassung:
Hersteller von Bauteilen aus Faserverstärkten Kunststoffen (FVK) arbeiten in ihren durchaus
hochkomplexen anspruchsvollen Prozessen oft mit einem beträchtlichen Anteil von an- und
ungelernten Mitarbeitern, da die Basis adäquat ausgebildeter Fachkräfte fehlt. In der handwerklich
orientierten Fertigung nimmt die Arbeit mit handgeführten Bearbeitungsmaschinen
eine zentrale Stellung ein, deren Ausführung maßgeblich über die Qualität der Baugruppen
und Fertigteile entscheidet. Im hier vorgestellten Praxisbeispiel werden ingenieurwissenschaftlich
orientierte Forschungen zur Fertigungstechnik und berufspädagogisch motivierte
Ansätze, die Qualifizierungs- und Personalentwicklungsprozesse in den Fokus nehmen, verknüpft.
Deutlich wird, dass Fertigungsoptimierung nicht kontextfrei allein mit der Konzentration
auf die Technologie erfolgreich sein kann. Untrennbar verbunden sind diese Optimierungsprozesse
mit der Personalentwicklung, die lange besonders für An- und Ungelernte
wenig Beachtung durch die Geschäftsleitungen und Führungskräfte, aber auch durch die
Forschung zu verzeichnen hatte.

Abstract:
Producers of Fibre Reinforced Plastic (FRP) composites frequently employ low or unskilled
workers despite the fact that the related work processes are highly complex and challenging.
However, workers who are skilled in this specialised area are largely not available. Since
FRP manufacturing to a considerable degree relies on manual processes, hand-operated
production machines predominate. That those machines are carefully operated largely determines
the quality of the assembly units and finished parts.
The presented practical example combines research of production engineering and vocational
education and training, which seeks to take account of human resource development
and qualification aspects. The chosen example reveals that optimising the production process
is always contextualised and cannot be successful by focussing on the applied technology
only. Optimising processes interlink with human resource development, which for low
and unskilled workers in particular is typically ignored by executives and management as
well as by researchers.

 A+B Forschungsbericht 09

A+B Nr. 9 (2011)

Andrea Maurer, Felix Rauner
"Lernen in Geschäftsprozessen"
A+B Forschungsberichte Nr. 9/2011
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe, Weingarten: A+B Forschungsnetzwerk

Zusammenfassung:
Die Gestaltung beruflicher Bildungsprozesse unter Bezugnahme auf und Berücksichtigung von betrieblichen Geschäftsprozessen hat mit dem ITB-BIBB Projekt ‚Betriebliche Organisationsentwicklung und berufliche Bildung’ Eingang in die berufspädagogische Diskussion gefunden (Dybowski, Dietzen 2006). Seinen bildungsplanerischen Niederschlag fand diese Diskussion im Lernfeldkonzept sowie in den Prüfungsanforderungen neugeordneter Berufe.
Mit diesem Forschungsbericht liegt jetzt eine empirische Analyse der Geschäftsprozessorientierung betrieblicher Ausbildung vor. Die Datenbasis für unsere Analyse ist die Bewertung der betrieblichen Ausbildungsqualität durch mehr als 200 Ausbilder mit dem Onlinetool QEK (Qualität Erträge Kosten).

Abstract:
The ITB-BIBB project ‘Organisational Development and Vocational Education‘ (Dybowski, Dietzen 2006) introduced the concept of organising vocational education in reference to work and business processes into the German discussion. It played its role in the development of learning areas as an organising principle of VET-schools as well as in the development of new examination procedures.
This report empirically studies the work and business orientation of VET at companies. Using the online tool QEK (Quality, Gains, Costs), more than 200 companies provide this study’s empirical base.

 A+B Forschungsbericht 10

A+B Nr. 10 (2013)

Felix Rauner
"Multiple Kompetenz Die Fähigkeit der holistischen Lösung beruflicher Aufgaben"
A+B Forschungsberichte Nr. 10/2013
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe, Weingarten: A+B Forschungsnetzwerk

Zusammenfassung:
Das Bearbeiten und Lösen beruflicher Arbeitsaufträge, erfordert die Fähigkeit, diese im Kontext vollständig zu lösen, damit neben der Funktionalität des Arbeitsergebnisses ebenso seine kostengünstige, umwelt- und sozialverträgliche Realisierung sowie ihr Gebrauchswert und die Nachhaltigkeit der Lösung auf einem möglichst hohen Qualitätsniveau gegeben sind.
Diese Lösungscharakteristik beruflicher Aufgaben und Arbeitsaufträge verweisen auf die Vielfalt berufsfachlicher Kompetenzen: auf das Konzept der multiplen Kompetenz. Diese schließt die Fähigkeit ein, die jeweils zum Tragen kommende Lösungsanforderung in ihrer Gewichtung gegeneinander abzuwägen. Gelingt es, dabei den jeweils gegebenen Lösungs- bzw. Gestaltungsspielraum auszuschöpfen und einen überzeugenden Kompromiss zu realisieren, dann haben Auszubildende bzw. Fachkräfte das Niveau der Gestaltungskompetenz, d. h. die Fähigkeit der holistischen Lösung beruflicher Aufgaben, erreicht.

Abstract:
Vocational work assignments require the ability to incorporate various contextual factors. Besides the functionality of an approach, it needs to be considered whether it is economical, ecological and socially realizable and acceptable. Furthermore the utility value as well as the sustainability of a work outcome are important aspects, all of which need to be realized on a preferably high level of quality.
These distinct characteristics which need to be assessed when evaluating vocational tasks and work assignments point to the diversity of vocational competencies. These are best represented by the concept of multiple competencies. Multiple competencies include the ability to decide whether one criterion is more important for providing an adequate solution than another. If vocational trainees respectively trained assistants manage to make use of the potential solution space a convincing compromise between all important aspects can be reached, which is considered as holistic shaping competence. Essential for holistic competence accordingly is the consideration of all aforementioned aspects and evaluating their significance for practical implementation.

 A+B Forschungsbericht 11

A+B Nr. 11 (2013)

Felix Rauner
"Messen beruflicher Kompetenz von Berufsschullehrern"
A+B Forschungsberichte Nr. 11/2013
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe, Weingarten: A+B Forschungsnetzwerk

Zusammenfassung:
Die KMK hat Empfehlungen für eine an Kompetenzen und Standards orientierte Aus- und Fortbildung von Lehrern vorgelegt. Es geht dabei auch um die Erfassung der Wirkung und Wirksamkeit von Lehrerbildung als einer Voraussetzung für begründete Innovationen. Die Ergebnisse der KOMET-Projekte zeigen, dass die Kompetenzausprägung von Auszubildenden/Studenten im Bereich der beruflichen Bildung am stärksten durch die Kompetenz ihrer Lehrer/Ausbilder beeinflusst wird. Es wird daher ein Verfahren zur Erfassung der Kompetenzausprägung von Berufschullehrern und Ausbildern bildungstheoretisch begründet. Für die psychometrische Evaluation des Kompetenzmodells (Kriterienvalidität) sowie die Überprüfung der inhaltlichen Validität des Testverfahrens (externe Validität) ist ein umfangreiches empirisches Projekt geplant.

Abstract:
The KMK has put forward recommendations for the initial and continuing education and training of teachers with a view to competences and standards. The focus is on monitoring the impact and effectiveness of teacher education as a prerequisite for innovation. As the experience of the COMET projects shows, the competence development of VET students is influenced in the first place by the competence of their teachers and trainers. Therefore a procedure for assessing the competence of teachers and trainers is developed on a pedagogical basis. A large-scale empirical study will be implemented for the psychometric evaluation of the competence model (criterion validity) and for testing the content validity of the procedure (external validity).

A+B Nr. 12 (2014)

Felix Rauner
"Überprüfen beruflicher Handlungskompetenz"
A+B Forschungsbericht Nr. 12/2014 
Bremen, Heidelberg, Karlsruhe, Weingarten: A+B Forschungsnetzwerk

 

Zusammenfassung:
Mit der Ausweitung des KOMET-Projektes – national und international – auf mittlerweile zehn gewerblich-technische, kaufmännische und Gesundheitsberufe in dualen, fachschuli- schen und hochschulischen Bildungsgängen wird zunehmend die Frage nach dem Zusam- menhang zwischen der Kompetenzdiagnostik und dem Prüfen gestellt. Eine vergleichende Analyse der beiden Konzepte sowie der entsprechenden Praxis des Erfassens berufliche Kompetenz zeigt, dass sich die neuen kompetenzorientierten und ganzheitlichen Prüfungs- formen konzeptionell kaum vom KOMET-Testverfahren unterscheiden. Erhebliche Unter- schiede bestehen (bisher) in den Bewertungsverfahren. Dem standarisierten und sehr ge- nauen KOMET-Messverfahren steht eine eher vielfältige Prüfungspraxis gegenüber, die als sehr praxisnah gilt, jedoch in ihren Bewertungsverfahren weit von den Gütekriterien etablier- ter Testverfahren wie dem KOMET-Konzept entfernt ist. Es wird daher untersucht, ob das KOMET-Testverfahren auf die neue Prüfungsform des betrieblichen Auftrages bzw. Projek- tes angewendet werden kann.

Abstract:
Continuously growing, the COMET-Project comprises – nationally and internationally – ten industrial, commercial and health professions in different levels of vocational training (dual apprenticeship, vocational schools and colleges). This raises the question how the relation between competence diagnostics and vocational examination matters. A comparative analy- sis of both concepts shows, that the new competence orientated and holistic methods of ex- amination are conceptually not very different from to the COMET Rating Procedure. Consid- erable differences remain (currently) in the rating itself. While the COMET Rating Procedure is standardized and highly accurate, it is opposed with a rather diverse practical reality, con- ceived as very close to practical experiences it is however far from the criteria’s of quality that come with established testing procedures as the COMET-Concept. Therefore it is going to be examined, if the COMET Rating Procedure may be applicable on the new method of examination: the operational order or project.

Ines Langemeyer/Ines Rohrdantz-Herrmann
"Forschungsorientiertes Lehren – eine Bestandsaufnahme am KIT"
A+B Forschungsbericht Nr. 13/2014 
Bremen, Oldenburg, Karlsruhe, Weingarten: A+B Forschungsnetzwerk

 

Zusammenfassung:
Als Folge des Bologna-Prozesses haben sich die Studienbedingungen wie auch die Bedingungen akademischer Lehre geändert. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nutzt dies, um eine nachhaltige Verbesserung der Lehrqualität über ein intensives forschungsorientiertes Studium zu fördern. Im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts „LehreForschung“ (Laufzeit 2012-2016) entwickelt der Lehrstuhl „Lehr-Lernforschung“ ein Instrumentarium zur empirischen Erfassung des Umgangs mit forschungsorientierten, -geleiteten und -basierten Elementen in der Lehre. Im vorliegenden A+B Forschungsbericht werden die Methodik und Ergebnisse der ersten Lehrendenbefragung am KIT vorgestellt und Potentiale für weiterführende Forschungen abgeleitet. Dabei wird auf die bestehenden Strukturen fokussiert, also unter anderem welche Elemente von forschungsorientiertem Lehren bewusst eingesetzt werden, welche Lehrveranstaltungen sich eigenen, wann ein geeigneter Zeitpunkt für eine Einführung von forschungsorientierten Elementen ist und welche Informationsbedarfe es dabei für die Gestaltung der Lehrveranstaltungen gibt.

Abstract:
As a consequence of the Bologna process, conditions of studying as well as conditions of academic teaching have changed. The Karlsruhe Institute of Technology takes these changes as a chance to foster sustainable enhancements of the teaching quality by means of intensive research-oriented studies. Within the framework of the research project „LehreForschung“ (funded by the German Federal Ministery for Education and Research, BMBF, for the period of 2012-2016), the chair for the research on teaching and learning develops an instrument for the empirical analysis of research-oriented, research-led, and research-based elements of teaching. The following “A+B” research report presents the method and the results of the first survey at the KIT and derives potentials for further inquiries. Emphasis is put on existing structures as for example which elements of research-oriented teaching are deliberately used, which type of courses (seminars, lectures, tutorials etc.) are found adequate, what is considered to be the right time to begin with research-oriented teaching and learning and what information is therefore needed to design courses.

A+B Nr. 14 (2014)
Felix Rauner / Dorothea Piening
"Heterogenität der Kompetenzausprägung in der beruflichen Bildung"
A+B Forschungsbericht Nr. 14/2014 
Bremen, Karlsruhe, Oldenburg, Weingarten: A+B Forschungsnetzwerk

 

Zusammenfassung:
Die Heterogenität in der Kompetenzausprägung ist in den meisten beruflichen Bildungsgängen der dualen Berufsausbildung besonders hoch. Eine wesentliche Ursache ist die große Bandbreite der schulischen Vorbildung der Auszubildenden. Der Grad der Heterogenität lässt sich als Lernzeitdifferenz angeben. Diese liegt bei einigen Berufen bei über zwei Jahren. In diesem Bericht wird ein „Heterogenitätsdiagramm“ vorgestellt, mit Hilfe dessen die Heterogenität von Lerngruppen als ‚hoch‘, ‚mittel‘ und ‚niedrig‘ eingestuft werden können – und zwar in Abhängigkeit vom Kompetenzniveau der T estgruppen. Ziel dieses Forschungsberichts ist es, auch Lehrer und Ausbilder für den „Umgang mit Heterogenität“ zu sensibilisieren.

Abstract:
Heterogeneity of competences and competence development is particularly high in vocational education and training courses. A major reason is the wide range of the educational background of the trainees. The degree of heterogeneity can be specified as a learning time difference. In some occupations there are learning time differences of more than two years. This report presents a "heterogeneity diagram" that describes the degree of heterogeneity of test groups at different levels (‘high', medium' and 'low'). This paper aims at making teachers and trainers aware of the problems associated with heterogeneity and at finding solutions of how to deal with it.

A+B Nr. 15 (2014)
Martin Fischer / Kerstin Huber / Eva Mann / Peter Röben
"Informelles Lernen und dessen Anerkennung aus der Lernendenperspektive – Ergebnisse eines Projekts zur Anerkennung informell erworbener Kompetenzen in Baden-Württemberg"
A+B Forschungsbericht Nr. 15/2014 
Bremen, Karlsruhe, Oldenburg, Weingarten: A+B Forschungsnetzwerk

 

Zusammenfassung:
Der Artikel gibt Einblick in das Projekt AiKo – Anerkennung informell erworbener Kompetenzen in der Metall- und Elektroindustrie. Das Projekt hat zum Ziel, ein internetbasiertes Instrument zu entwickeln, mit dem solche Kompetenzen sichtbar und damit nachweisbar gemacht werden können. In einer Interviewstudie wurden Beschäftigte aus Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg sowie Arbeitssuchende anhand der Stationen ihres Arbeitslebens zu ihren Lernerfahrungen befragt, um zu verstehen, ob und wie diese die berufliche Entwicklung beeinflussen. Dabei wurde deutlich, wie stark die berufliche Entwicklung von informellem Lernen abhängt und wie wenig bewusst gerade in der Gruppe der An- und Ungelernten Lernen als Gestaltungselement dafür eingesetzt wird. Die Bedeutung der Wahrnehmung, der Sichtbarmachung und der damit möglicherweise verbundenen Wertschätzung von informell erworbenen Kompetenzen, besonders bei Beschäftigten mit formal niedriger Qualifikation, wird auch in der europäischen Debatte um die Anerkennung informellen Lernens bislang wenig einbezogen.

Abstract:
The paper gives an insight into the project entitled AiKo, which refers to the recognition of informally acquired competences in the metal and electrical industry. The goal of the project is to develop a web-based instrument with which such competences can be made visible and thereby also verifiable. 32 interviews were conducted with employees from seven companies in the metal and electrical industry in Baden-Württemberg, as well as with people looking for work. Using the stages of their working life learning experiences were examined in order to understand whether and how they influence professional development. This made clear how strongly professional development depends on informal learning and with how little awareness particularly amongst the group of semi-skilled and unskilled workers learning as a design element is used in this way. The significance of the perception, visibility and the associated esteem of informally acquired competences, particularly amongst workers with low levels of formal qualifications, has not been included to any significant degree in the debate about the recognition of informal learning up until now.

A+B Nr. 16 (2015)
Felix Rauner / Dorothea Piening / Jenny Frenzel
"Der Lernort Schule als Determinante der beruflichen Kompetenzentwicklung"
A+B Forschungsbericht Nr. 16/2015 
Bremen, Karlsruhe, Oldenburg, Weingarten: A+B Forschungsnetzwerk

 

Zusammenfassung:
Die Kompetenzerhebungen in den dualen beruflichen Bildungsgängen aller am KOMET- Projekt beteiligten Berufe haben ergeben, dass der Lernort Schule einen wesentlichen Ein- fluss auf die Kompetenzentwicklung der Auszubildenden hat. Ein ausschlaggebender Indika- tor dafür ist die große Heterogenität der Kompetenzausprägung zwischen Berufsschulklas- sen mit Auszubildenden vergleichbarer Vorbildung. Im Gegensatz dazu stufen die Auszubil- denden die Bedeutung des Lernortes Schule und die ihrer Lehrer für ihre Kompetenzentwick- lung eher niedrig und die des Lernortes Betrieb als eher hoch ein. Die Kontextanalysen er- geben erste Hinweise zur Aufklärung dieses Paradoxons.

Abstract:
Measuring competencies in all educational programs of the dual vocational system involved in the COMET project revealed that (vocational) school as a specific learning location has a broad influence on apprentices’ development of skills and competencies. A key indicator for this theory is the heterogeneity of the levels of competence between classes that include apprentices with a similar educational background. By contrast, apprentices themselves con- sider their vocational school and their teachers to have a rather low influence on their devel- opment of competencies, whereas the influence of the company as a learning location is considered to be high. Contextual analysis provides first hints for clarifying this paradox.