Home | Impressum | Datenschutz | Sitemap | KIT

Exkursion Berlin /Halle 23. März-25. März 2015 - Protestantische Kultur- und Pädagogikgeschichte

Teilnehmer: Studierende und Lehrende der Allgemeinen Pädagogik

Tag 1: Besuch im Bundestag

Nach Ankunft mit dem Bus in Berlin, geht es durch die Sicherheitsschleuse in den Bundestag. Dort müssen wir unsere Jacken und Taschen abgeben und dürfen auf einem Balkon des Plenarsaals Platz nehmen. Im Plenarsaal bekommen wir viele Informationen über das Bundestags-Gebäude und die Politik erzählt.

1991 wurde beschlossen, dass der Deutsche Bundestag von Bonn nach Berlin verlegt wird. Die Entscheidung für ein Gebäude fiel auf den Deutschen Reichstag.

Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Reichstags

Architekten aus aller Welt reichten verschiedene Entwürfe ein. Sir Normen Foster gelang es eine beeindruckende Verbindung von Tradition und Moderne zu schaffen.

Durch die offene Raumstruktur und den freien Zugang zur Kuppel hatten wir die Möglichkeit, eindrucksvolle Einblicke zu  erhalten.

 

Die Kuppel ist zum Wahrzeichen des Bundestags geworden. Besonders eindrucksvoll war das trichterförmige Lichtumlenkelement mit hunderten von Spiegeln, die das Tageslicht in den Plenarsaal fördert und gleichzeitig die Abluft des Saals nach oben ins Freie transportiert.

                         


Plenarsaal

 


Der Plenarsaal ist der Mittelpunkt des deutschen Bundestags. Hier werden die wichtigsten Aufgaben des Deutschen Bundestags sichtbar, wie beispielsweise die Gesetzgebung, Wahl des Bundeskanzlers etc. Stattfindende

Sitzungen sind öffentlich und können somit jeder Zeit besucht und von den Balkonen aus verfolgt werden. In Erinnerung bleibt uns die bundestagsblaue Farbe der Stühle.

Der Bundesadler

Das traditionsreichste Staatssymbol Deutschlands ist der Adler. Er gilt als König der Lüfte und symbolisiert aufgrund seiner erhabenen Kopfhaltung und seiner weiten Flügelspanne, Mut, Kraft und Selbstbewusstsein. Dies sind Eigenschaften, die auch mit Deutschland in Verbindung gebracht werden sollen. 

 

Bemerkenswert ist die Geschichte des Bundesadlers, welcher im alten Bonner Plenarsaal als „fette Henne“ bekannt wurde. Der Architekt Foster, der für die Umgestaltung des Bundestags verantwortlich war, entwickelte unterschiedliche Entwürfe eines neuen Bundesadlers. Ihm war es wichtig, weg von der „fetten Henne“ hin zu einem aggressiven, sportlichen und schlankeren Adler zu gelangen. Die „fette Henne“ wurde jedoch beibehalten, als Kompromiss durfte der Architekt, eine Neugestaltung auf der Rückseite der „fetten Henne“ anfertigen, welche jetzt seinem Entwurf eines Adlers entspricht.

Im Anschluss gab es die Möglichkeit mit einem Vertreter des Bundestagsabgeordneten Ingo Wellenreuthers zu sprechen.

 

Tag 2

Am zweiten Tag kamen wir in den Genuss einer Stadtführung am Morgen und am Abend; dazwischen durften wir uns selbst in Berlin vergnügen.

Stadtführung I: Stadtführung unter historischem Aspekt- „´Jeder nach seiner Facon´-Friedrich II. und die Toleranz“

Die Stadtführerin hat und direkt am Hotel abgeholt und uns durch den Platz desehemaligen Zellengefängnisses hindurch zum Hauptbahnhof geführt.

 

Dreifaltigkeitskirche

Ein Teil des ehemaligen Standortes der Kirche gehört heute zum Gelände der nordkoreanischen Botschaft, im davor gelegenen Teil ist der Grundriss der Kirche durch farbige Steine im Straßenpflaster angedeutet.

Schleiermacher, einer der bedeutendsten und einflussreichsten Prediger, wirkte an der Dreifaltigkeitskirche mit und wohnte in einem der beiden Pfarrhäuser.

Böhmische Bethlehemskirche

 

 

 

 


Die böhmische Bethlehemskirche wurde für die protestantischen Flüchtlinge aus Böhmen errichtet und 1943 im Luftkrieg zerstört. Eindrucksvoll war die Stahlkonstruktion in der die Kirche maßstabsgetreu auf dem Bethlehemskirchplatz nachgebaut wurde.

 

Skulptur Houseball

 


Die Houseball Skulptur befindet sich ebenfalls auf dem Bethlehem-Kirchplatz. Das Bündel stellt einen zusammengebundenen Hausstand dar, der viele verschiedene Möbel und andere Gegenstände beinhaltet. Die Skulptur dient als Symbol für die vielen vertriebenen Flüchtlingen (der Böhmischen Kirche). Alle Besitztümer wurden in ein großes Tuch gewickelt, um daraus ein Ball zu formen, den man immer mit sich mit rollen konnte.

Deutscher Dom / Französischer Dom / Schauspielhaus

 

Denkmal Friedrich Schiller

 

Der Deutsche- und Französische Dom, sowie das Schauspielhaus zählen zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Berlin und stehen auf dem Gendarmenmarkt. Interessant war, dass sich hinter der Bezeichnung Dom nur ausschließlich das Turmgebäude verbirgt. D.h. es handelt sich nicht um einen klassischen Dom (vgl. z.B. Mailänder Dom), da sich hier der Dom nur aus dem Wort Kuppel (frz. Dóme) ableitet und keinerlei kirchliche Bedeutung hat. Im Deutschen Dom befindet sich heute eine Ausstellung des deutschen Bundestages. Der Kirchraum des Französischen Doms war zum Zeitpunkt unserer Führung geöffnet, sodass wir diesen noch von innen betrachten konnten. Entgegen unserer Erwartungen war dieser Saal nicht außergewöhnlich gestaltet.

 


Friedrichswerdersche Kirche

 


Die Friedrichswerdersche Kirche steht am Werderschen Markt und wurde aufgrund von Bau- und Statikschäden bezüglich des Nachbarprojekts geräumt und ist momentan nicht zugänglich.  Beachtlich war, dass die Kirche früher von Gebäuden umgeben war und die Fenster deshalb sehr weit oben im Kirchengebäude platziert sind.

Nikolaikirche

Die Nikolaikirche ist die älteste noch intakte Kirche Berlins und steht unter Denkmalschutz. Sie befindet sich im Nikolaiviertel und ist heute ein Museum, in dem auch Konzerte stattfinden. Eine intensive Zusammenarbeit fand mit dem protestantischen Kirchenlieddichter Paul Gerhardt und dem Kirchenliedkomponisten Johann Crüger statt. Für beide wurde eine Gedenktafel an der Kirche angebracht.

 

House of One/ Drei Religionen. Ein Haus.

Erwähnenswert ist des Weitern das Konzept des House of One. Es soll etwas weltweit Einmaliges entstehen. Christen, Juden und Muslime wollen in Berlin gemeinsam ein Haus errichten, unter dessen Dach sowohl eine Kirche, eine Synagoge als auch eine Moschee vereint sind. So können sich alle Kulturen unter einem Dach begegnen.

 

Fazit

Es war eine sehr umfangreiche Stadtführung von der wir uns allerdings mehr pädagogische Aspekte erhofft haben.

 

Stadtführung II: Prenzlauer Berg. Führung unter Szene-Aspekt

Kaum eine Stadtführung in Berlin zeigt so viele Veränderungen der letzten 20 Jahre auf wie eine Tour durch den Prenzlauer Berg.

Gestartet haben wir die Stadttour am Senesfelderpatz, in dessen Nähe sich der größte Bio-Supermarkt (LPG) Europas befindet.

Wassertrum Prenzlauer Berg

 

 

 

 

 

Der Wassertrum Prenzlauer Berg ist der älteste Berliner Wasserturm. In ihm befinden sich auch heute noch Wohnungen, welche sehr begehrt sind. Das zum Wasserturm gehörende Maschinenhaus, diente erschreckenderweise, in der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem als Konzentrationslager. An das Verbrechen und die Vernichtung der Juden erinnert eine Gedenktafel auf dem Gelände des Wasserturms.

Synagoge Prenzlauer Berg

Die Synagoge Prenzlauer Berg ist die größte Synagoge in Europa. In der Reichs-Pogromnacht 1938 wurde auch sie zunächst in Brand gesteckt. Da aber auch die Wohnhäuser um die Synagoge herum vom Feuer gefährdet waren, wurde sehr schnell ein Löschbefehl angeordnet, wodurch sie auch heute noch erhalten ist. Leider war es schon relativ dunkel als wir dort vorbeikamen und die Tore zur Synagoge waren schon geschlossen, sodass wir nur erahnen konnten wie die Synagoge genau aussehen muss.

Hinterhof

Der Stadtführer Tobias Schwabe führte uns in einen, für Berlin so typischen, Hinterhof. Spannend und eindrucksvoll war daran, dass es eines der wenigen noch nicht nach dem Krieg restaurierten Gebäude war. Das heißt, es konnten deutlich viele Einschusslöcher aus dem zweiten Weltkrieg erkannt werden. Weiterhin haben wir erfahren, dass es viele dieser Hinterhöfe hintereinander gibt und je weiter hinter man lebte, desto weniger Licht drang in die Wohnung.


Bücherbaum / lokale Tauschstation

 


Ein Bücherbaum ist ein liebevoll bearbeiteter Baumstamm, in dem diverse Bücher zu finden sind. Das Tauschen der Bücher ist das Ziel.Wer also bestimmte Bücher nicht mehr braucht, schmeißt sie nicht einfach weg, sondern geht zum Bücherbaum und hinterlegt sie dort für andere Interessierte. Wir waren von dieser Idee sehr angetan und hatten unseren Spaß das ein oder andere Buch anzuschauen.

Kollwitzplatz

Käthe Kollwitz: eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.

Der Kollwitzplatz ist nach ihr benannt, sie wohnte gegenüber in der Kollwitzstraße. Auf dem Platz steht ebenso ein Denkmal für sie, auf welchem die Kinder gerne herumklettern.

Herr Schwabe hat während dem Aufenthalt am Kollwitzplatz die „Prenzelschwäbin“ erwähnt. Im Video wird das Leben der Schwaben im Prenzlauer Berg selbstironisch thematisiert.
Hier der Videodreh Prenzelschwäbin: https://www.youtube.com/watch?v=iGJaY666Wks

Stadtbad Prenzlauer Berg

Früher gab es sehr häufig Stadtbäder, da die Wohnungen sehr klein waren und nicht alle ein eigenes Bad hatten. Heute ist das Stadtbad nicht mehr in Betrieb und nachdem jahrelang die Frage war, wer es weiter betreibt, wird es jetzt wahrscheinlich von einer Sprachschule übernommen.

 

Kulturbrauerei

 


Die Kulturbrauerei in Berlin steht unter Denkmalschutz. In ihr finden heute die verschiedensten Veranstaltungen und Konzerte statt. Unter anderem befinden sich dort ein Kino, ein Möbelhaus und viele verschiedene Restaurants.

Zum Abschluss des Abends und der Stadtführung fand noch ein gemeinsames Abendessen im Restaurant statt, das zum Austausch der gemachten Erfahrungen diente.

Tag 3: Halle

Fahrt von Berlin nach Halle an der Saale

Franckesche Stiftung zu Halle

 


August Hermann Francke zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Pietismus. Aus Spendengeldern gründete er eine Armen-  und Waisenanstalt, aus der sich letztendlich eine Schulstadt mit mehreren Wohngebäuden, Werkstätten, Gärten und einer Apotheke bildete.

Das ursprüngliche Universalgebäude ist heute das Hauptgebäude der Franckeschen Stiftung mit Ausstellungs- sowie Versammlungsräumen.

Das historische Gebäude steht heute, als weltweit einzigartiges Beispiel sozialer und pädagogischer Zweck­architektur, auf der deutschen Vorschlagsliste für das UNESCO Weltkulturerbe.

Kunst- und Naturalienkammer

Die Kunst- und Naturalienkammer ist der älteste deutsche Museumsraum. Er wurde zunächst angelegt für Unterrichtszwecke und ist heute wieder nach dem originalen Museumskonzept an seinem historischen Platz, im ehemaligen Schlafsaal der Waisenknaben im historischen Waisenhaus, wiederzufinden. Für uns Studierende bot der Raum einen sensationellen  Eindruck, mit den original erhaltenen und bemalten barocken Sammlungsschränken. Zu den vielen Naturalien gehörten unter anderem Steine, riesige tote Krokodile, Bilder, alte Schuhe, verschiedenste Modelle u.v.m. Die Gegenstände haben alle keine Beschriftung, sondern nur eine Nummer, welche die Schüler früher selbst in der Bibliothek nachschauen mussten.

Historische Kulissenbibliothek

 


Auch die historische Bibliothek hinterließ viele Eindrücke, da sie der älteste noch erhaltene Bibliothekszweckbau in Deutschland ist. Mehrere Tausend Bücher zu allen Gebieten des Wissens der Frühen Neuzeit werden hier gelagert und aufbewahrt. Die Bibliothek war früher für alle frei zugänglich. Die Bücher wirkten alt, aber der Raum der Kulissenbibliothek hatte eine ganz eigene Stimmung. Die ältesten und wertvollsten Bücher werden mittlerweile in einem separaten Raum aufbewahrt.

Abschließend gab es in der Mensa, in einem der historischen Gebäude, noch ein leckeres Mittagessen, bevor wir dann alle gemeinsam wieder mit dem Bus heimwärts Richtung Karlsruhe fuhren.