Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik

Forschung

Bild

Im Bereich der Forschung liegt der Schwerpunkt bei Fragen zur Qualität der Lehrerbildung sowie der Gestaltung von Lehr-Lernprozessen. 

Aktuelle Forschungsprojekte sind

  • Professionelles Kapital in international vergleichender Perspektive
  • Lesson Study als Form der ko-konstruktiven Unterrichtsentwicklung
  • Deeper Learning 
  • Kulturschule BW: Perspektive kulturell-ästhetischer Unterricht
  • Schüleringenieurakademie

Abgeschlossene Forschungsprojekte sind

  • Zusammenarbeit von Schulen mit außerschulischen Bildungspartnern 
  • Kulturschule BW: Perspektive Schulentwicklung

Aktuelle Forschungsprojekte

Kulturschule Baden-Württemberg

In der heutigen Wissensgesellschaft, in der sich Berufsfelder stetig verändern, wird es zunehmend notwendig, Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, kreativ handelnd mit ihrem Wissen umzugehen, neue produktive Wege einzuschlagen und sich stetig fachlich weiterzuentwickeln. Lernende brauchen eine entsprechende Einstellung, um Dinge anpacken zu können, positive (Lern-)Erfahrungen zu machen und sich dabei nicht nur kognitiv sondern auch physisch, emotional und sozial weiterzuentwickeln.

Kulturschulen unterstützen dies in großem Maße. Sie grenzen sich bewusst von einem einseitigen Verständnis von Schule ab, das die kognitive Dimension des Lernprozesses und die Orientierung an wirtschaftlichen Bedürfnissen der Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt.

Lehrenden und Lernenden sollen umfassende Möglichkeiten gegeben werden, ästhetische Erfahrungen zu machen, wodurch alle Beteiligten in ihrer Persönlichkeit angesprochen und  „engagiert“ werden, d.h. sie lernen mit hoher Selbstwirksamkeitsüberzeugung und Motivation. Die Lernprozesse wirken so nachhaltiger.

Das Forschungsprojekt ‚Kulturschule Baden-Württemberg‘ setzt hier an und untersucht Unterricht in Kulturschulen. Ziel soll sein, eine kulturell-ästhetische Methodik und Didaktik zu entwickeln, die allen Schulen hilft, sich kulturell-ästhetischen Lehr-Lernprozessen in künstlerischen und nicht-künstlerischen Fächern anzunähern.

Forschungszeitraum ist 2021-2023. Das Projekt wird gefördert von der Karl-Schlecht Stiftung, der Stiftung Mercator und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Baden-Württemberg.

[Link zum Projekt]

 

Professionelles Kapital bei Lehrkräften im internationalen Vergleich

Professionelles Kapital ist als Begriff in den deutschen Schulsystemen noch relativ neu und wird nur wenig verwendet. Kapital bezieht sich dabei auf Ressourcen, auf die Menschen zurückgreifen können, um in bestimmten Situationen erfolgreich zu handeln. Das professionelle Kapital von Lehrkräften setzt sich aus den individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen, der Kooperation untereinander sowie der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, zusammen. Diese drei Teilbereiche werden in Anlehnung an die Bildungsforscher Prof. Dr. Andy Hargreaves und Prof. Dr. Michael Fullan als Humankapital, Sozialkapital und Entscheidungskapital beschrieben.

Das vorliegende Projekt nimmt einen internationalen Blickwinkel ein und beforscht Ausprägungen des professionellen Kapitals von Lehrkräften in Deutschland (Baden-Württemberg), Japan, Finnland und Äthiopien. Dabei soll aufgezeigt werden, inwieweit die drei unterschiedlichen Kapitalarten bei den Lehrkräften vorliegen, inwieweit sie miteinander verwoben sind und welche kulturellen Unterschiede die Schulsysteme prägen. Ziel des Projekts ist, Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte in den unterschiedlichen Systemen herauszuarbeiten, um die kooperative Professionalität, die individuelle und team-basierte Unterrichtsplanung und die Selbstwirksamkeit der Lehrkräfte zu verändern.

Forschungszeitraum ist 2017-2022. Projektpartner sind Prof. Dr. Hiroyuki Kuno, Universität Nagoya, Japan, Dr. Toshyia Chichibu, National Institute for Educational Policy Research, Tokyo, Japan, Dr. Matti Rautiainen, Universität Jyväskylä, Finnland, Dr. Emma Kostiainen, Universität Jyväskylä, Finnland und Prof. Dr. Ephrem Tekle, Kotebe Metropolitan University, Addis Abeba, Äthiopien.

 

Deeper Learning in der Schule

Das Lernen im 21. Jahrhundert wird immer stärker als ein ‘deeper learning’ verstanden, also ein Lernen, das über die reine Wissensaneignung hinausgeht und darauf abzielt, Handlungs- und Problemlösefähigkeit auf der Grundlage von fundiertem Wissen zu ermöglichen.

Das pädagogische Konzept „Deeper Learning“ greift aktuelle empirische Erkenntnisse über wirksame Lernprozesse auf und synthetisiert diese neu, um Lernende optimal in ihrer Persönlichkeitsentwicklung (Identity), der Aneignung von tiefgreifenden Fachwissen (Mastery) und dem kreativen handlungsorientierten Umgang damit (Creativity) zu unterstützen. Kernstück ist die Verschränkung (inter-)disziplinärer Wissensaneignung mit ko-konstruktiven, ko-kreativen Problemlöseprozessen. Lernen geschieht dabei in hybriden Lernumgebungen aus schulischen, außerschulischen und digitalen Lebenswelten. Wichtig ist die Authentizität der Lernergebnisse, verknüpft mit formativem Leistungsfeedback. Rahmenbedingung eines solch komplexen Lernprozesses ist die kooperative Professionalität der Lehrkräfte auf deren Grundlage Lernende als gleichwertige Wissenspartner („Co-agents“) einbezogen werden.

Ziel des hier vorliegenden Projekts ist, diese Innovation in acht ausgewählte Pionierschulen zu tragen und gemeinsam mit ihnen in einem Innovationsnetzwerk „next practice“, d.h. ein zeitgemäßes Unterrichten entsprechend der Pädagogik des Deeper Learnings zu entwickeln.

Forschungszeitraum ist 2020-2024. Projektpartnerin ist Prof. Dr. Anne Sliwka, Universität Heidelberg.