Viktoria Bergmann: Forschung, Praxis, digitale Bildung

Viktoria Bergmann bringt ihre Leidenschaft für Bildungs‑ und E‑Learning, Forschung & Praxis‑Transfer sowie ihre Alltags‑Survival‑Tipps direkt in die Lernfabriken@BeruflicheBildung ein. Sie gestaltet empirische Studien, entwickelt didaktische Konzepte und sorgt dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse sofort in die Praxis fließen.

Person mit dunklen Haaren, helle Blazer-Jacke und weißes Oberteil vor Innenraum.
Viktoria Bergmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin,
Projektmitarbeiterin im InnoVET PLUS-Projekt & Doktorandin
5 Fragen an Viktoria Bergmann

Was haben Sie studiert und was hat Sie ursprünglich dazu gebracht?

Ich habe Bildungswissenschaften studiert und im Master den Schwerpunkt auf eEducation und lebenslanges Lernen gelegt. In meiner folgenden Zeit bei einer Organisationsberatung wurde ich immer wieder mit der Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen konfrontiert – also mit Lernprozessen überall dort, wo technologische Systeme und menschliche Handlungskompetenz aufeinandertreffen. Seitdem fasziniert mich, wie tiefgreifend der digitale und technologische Wandel unsere Arbeitswelt verändert und welche pädagogischen Antworten darauf notwendig sind. Genau diese Verbindung aus technischem Fortschritt, menschlichen Lernprozessen und pädagogischen Fragestellungen hat mich schließlich in die berufliche Bildung geführt.

Was bedeutet das InnoVET Plus-Projekt Lernfabriken@BeruflicheBildung für Sie persönlich, und welche konkreten Aufgaben übernehmen Sie im Rahmen dieses Projekts?

Unser aktuelles InnoVET-Plus-Projekt ist für mich ein einmaliger Experimentierraum, in dem Forschung und Praxis unmittelbar zusammenkommen. Besonders bedeutsam finde ich, dass wir nicht nur über Ideen und Modelle für Innovationen in der beruflichen Bildung nachdenken, sondern diese gemeinsam mit ganz unterschiedlichen Akteuren auch konkret umsetzen und erproben. Wissenschaftliche Ideen finden so ohne Verzögerungen ihren Weg in die Praxis.

Im Projekt arbeite ich sowohl in der wissenschaftlichen Begleitung als auch inhaltlich-operativ: Ich konzipiere und analysiere empirische Erhebungen, unterstütze die Entwicklung didaktischer Konzepte für Lernfabriken und evaluiere das Projekt über den gesamten Zeitraum hinweg. Wichtig ist mir dabei, dass Wissenschaft, Lehre und Praxis kontinuierlich im Austausch bleiben und alle Expertisen und Sichtweisen gleichwertig einbezogen werden – damit Erkenntnisse aus der Praxis schließlich fundiert in die Forschung zurückfließen und dort weitergedacht werden können.

Wie sieht ein typischer Tag als Doktorandin + Projektmitarbeiterin aus – gibt’s einen geheimen Survival Tipp für den Zeit Jonglier Act?

Ein typischer Tag ist bei mir ein bunter Mix aus Abstimmungen im Projekt, dem Erledigen von Forschungsaufgaben, dem Schreiben von Beiträgen für Tagungen und Publikationen sowie der Lehre für die Studierenden unseres Instituts. Zwischen Meetings, Mails und Konzeptpapieren versuche ich dann, konzentrierte Phasen für meine Promotion freizuhalten – was mal besser und mal schlechter gelingt. Mein Survival-Tipp: Echtzeit-Priorisierung. Wenn die Anfragen und Aufgaben schneller reinkommen als die Gedanken, hilft es, kurz stehenzubleiben und sich zu fragen: „Was muss heute wirklich sein?“ Denn ganz ehrlich: Nicht alles muss heute fertig werden. Manches darf auch bis morgen warten. Oder nächste Woche.

Welchen Rat würden Sie Studierenden geben, die jetzt schon in die Forschung oder Projektarbeit ausprobieren wollen?

Ich würde Studierenden raten, die Zeit ihres Studiums zu nutzen, um alles auszuprobieren, was sie interessiert, und herauszufinden, was ihnen liegt. Diese Freiheit zu haben, ist großartig. Gleichzeitig freuen wir Lehrenden uns immer sehr, wenn Studierende auf uns zukommen und nach Möglichkeiten fragen, sich einzubringen. Denn man muss kein Expert:innenwissen mitbringen, um anzufangen. Viel wichtiger sind Offenheit und die Lust, Neues kennenzulernen. Und gerade im Ausprobieren entsteht die Freiheit zu entdecken, was einen begeistert – und was vielleicht weniger. Genau dafür ist die Studienzeit da.

Gibt es ein Hobby oder eine Leidenschaft, die Sie außerhalb der Forschung verfolgen und die Sie in Ihrer Arbeit inspiriert?

Ich muss zugeben, dass freie Zeit in meinem Leben knapp bemessen ist. Deshalb habe ich weniger ein großes Hobby als vielmehr viele kleine Interessen, die sich je nach Jahreszeit und Stimmung abwechseln – ein dynamisches Hobby-Portfolio sozusagen. Inspirierend ist für mich vor allem alles, was mit „Gemeinsamsein“ zu tun hat: Das kann ein Spielplatzbesuch mit der Familie sein oder auch ein Theaterabend mit einer Freundin. Denn gerade im Austausch mit anderen entstehen oft die besten Ideen.