Berufspädagogik erhält Förderung für Projekt zur Integration von Künstlicher Intelligenz in die Lehrkräftebildung
Mit „KI-Pro@Lehrkräftebildung-IngPäd“ wird die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte für berufliche Schulen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) weiterentwickelt. Das Projekt wird im Rahmen der dritten Förderrunde des Programms „Berufsschul-Digi-Teams“ des Stifterverbands und des Mercedes-Benz Fonds gefördert.
Die digitale Transformation verändert Arbeitswelt und berufliche Bildung grundlegend. Damit zukünftige Lehrkräfte an beruflichen Schulen ihre Schülerinnen und Schüler auf diese Veränderungen vorbereiten können, benötigen sie neben fachlichen und pädagogischen Kompetenzen auch die Fähigkeit, digitale Technologien professionell und reflektiert einzusetzen. Genau hier setzt das Förderprogramm „Berufsschul-Digi-Teams“ an.
Der Stifterverband hat das Programm gemeinsam mit dem Mercedes-Benz Fonds zur Stärkung digitaler Kompetenzen in der beruflichen Bildung ins Leben gerufen. Gefördert werden Kooperationen von Hochschulen mit beruflichen Schulen und Ausbildungsbetrieben, in denen innovative Lehr-/Lernmodule für die berufliche Lehrkräftebildung entwickelt und erprobt werden. Die Module sollen anschließend nachhaltig in die Studiengänge für das berufliche Lehramt integriert werden. Pro Förderrunde werden fünf Hochschulprojekte mit jeweils 50.000 Euro unterstützt.
Künstliche Intelligenz in der Ingenieurpädagogik
In der dritten Förderrunde 2026–2027 wurde das Projekt „KI-Pro@Lehrkräftebildung-IngPäd“ des KIT als eines von fünf Vorhaben ausgewählt. Projektverantwortlich ist PD Dr. Christian Steib.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die systematische Integration von Künstlicher Intelligenz in die Ausbildung angehender Lehrkräfte für berufliche Schulen. Dafür wird eine bestehende Lehr-Lernveranstaltung im Studiengang Ingenieurpädagogik am KIT weiterentwickelt.
Die Studierenden setzen sich im Rahmen der Veranstaltung mit realen beruflichen Handlungssituationen auseinander. Ausgehend von diesen Situationen entwickeln sie praxisnahe Lehr-Lernarrangements und nutzen dabei generative KI gezielt zur Analyse, Planung und Reflexion ihrer Lehr-Lernprozesse. Die Auseinandersetzung mit KI wird damit unmittelbar mit fachlichen und fachdidaktischen Fragestellungen der beruflichen Bildung verbunden.
AI Literacy und didaktische Kompetenz verbinden
Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens ist die Verbindung von AI Literacy und didaktisch-methodischen Kompetenzen. Die Studierenden sollen nicht nur die Funktionsweisen und Anwendungsmöglichkeiten generativer KI kennenlernen. Sie setzen sich ebenso mit deren Potenzialen und Grenzen auseinander und entwickeln Kompetenzen, um KI-Anwendungen fachlich und didaktisch begründet für den Unterricht einzusetzen.
Damit verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz: KI soll nicht als isolierte Technologie betrachtet werden, sondern als Bestandteil zukünftiger beruflicher Lehr- und Lernprozesse. Die angehenden Lehrkräfte sollen befähigt werden, den Einsatz von KI kritisch zu reflektieren, Chancen und Grenzen abzuwägen und geeignete Anwendungen für konkrete Unterrichtssituationen auszuwählen.
Lernortübergreifende Zusammenarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt von „KI-Pro@Lehrkräftebildung-IngPäd“ liegt auf der Verzahnung verschiedener Lernorte. In Kooperation mit beruflichen Schulen, Unternehmen und dem Studienseminar entsteht ein lernortübergreifendes Bildungsangebot, das wissenschaftliche Perspektiven mit Erfahrungen und Anforderungen aus der beruflichen Praxis verbindet.
Die Zusammenarbeit ermöglicht es, authentische berufliche Handlungssituationen in die Lehrkräftebildung einzubeziehen und die entwickelten Lehr-Lernarrangements praxisnah zu erproben. Gleichzeitig erhalten die Studierenden die Möglichkeit, den Einsatz von KI in unterschiedlichen Kontexten zu reflektieren und ihre Erfahrungen auf zukünftige Unterrichtssituationen zu übertragen.
Nachhaltige Verankerung in der Lehrkräftebildung
Ziel des Projekts ist es, Künstliche Intelligenz nachhaltig in der Lehrkräftebildung zu verankern und zukünftige Lehrkräfte für einen professionellen, reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit KI in einer digital geprägten Berufsbildung zu qualifizieren.
Die Förderung bietet dabei die Möglichkeit, bestehende Lehr-Lernformate gezielt weiterzuentwickeln, neue Ansätze zu erproben und die gewonnenen Erfahrungen für die Weiterentwicklung der Ingenieurpädagogik nutzbar zu machen.
Das KIT ist damit Teil des wachsenden Netzwerks der Berufsschul-Digi-Teams, in dem Hochschulen gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus beruflicher Bildung und Praxis an der Weiterentwicklung digitaler Kompetenzen in der beruflichen Lehrkräftebildung arbeiten. Die dritte Förderrunde umfasst neben dem KIT vier weitere Hochschulprojekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten – von Industrie 4.0 und Robotik über Augmented Reality bis hin zu Extended-Reality-Anwendungen in der beruflichen Bildung.
Die Förderphase des KIT-Projekts läuft über 15 Monate und endet am 31. Oktober 2027. In dieser Zeit ist das Projekt in das Netzwerk der Berufsschul-Digi-Teams eingebunden.
Mit „KI-Pro@Lehrkräftebildung-IngPäd“ leistet das KIT damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten beruflichen Lehrkräftebildung – und zur Frage, wie Künstliche Intelligenz künftig professionell, reflektiert und didaktisch sinnvoll in beruflichen Lernprozessen eingesetzt werden kann.
Förderung durch den Stifterverband
Das Projekt „KI-Pro@Lehrkräftebildung-IngPäd“ wird im Rahmen des Programms „Berufsschul-Digi-Teams“ vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. gefördert.
Der Stifterverband ist eine gemeinnützige Organisation zur Förderung von Wissenschaft, Bildung und Innovation. Als Zusammenschluss von Unternehmen und Stiftungen setzt er sich dafür ein, die Voraussetzungen für ein leistungsfähiges und zukunftsorientiertes Wissenschafts- und Bildungssystem zu verbessern. Dabei unterstützt der Stifterverband unter anderem innovative Projekte an Hochschulen, fördert Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und entwickelt Programme zur Stärkung von Kompetenzen für die Zukunft.