Interdisziplinärer Lernraum: Pädagogik trifft Industrie 4.0 in der KIT‑Lernfabrik

Vertikales Werbebanner mit Logo „vwbk“ und schlankem Design im Innenraum.
Präsentationsfolie zu Exkursion Lernfabrik Globale Produktion am KIT und wbK, mit Fotos von Lern- und Produktionsszenen.

Als Abschluss des Seminars „Aktuelle Themen der Arbeits- und Industriesoziologie“ (WS 2025/26) besuchte die Seminargruppe aus Masterstudierenden der Pädagogik gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Personal der Abteilung Berufspädagogik des Instituts für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik die KIT-eigene Lernfabrik „Globale Produktion“ am wbk Institut für Produktionstechnik. Die Lernfabrik bildet als realitätsnahe, veränderbare Wertschöpfungskette industrielle Produktionsprozesse authentisch ab. Durch die systematische Verzahnung moderner Automatisierungs- und Produktionssteuerungssysteme mit Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik werden zentrale Elemente von Industrie 4.0 praxisnah erfahrbar. Zugleich verbindet das wbk in dieser Umgebung aktuelle produktionstechnische Forschung mit Lehre und Weiterbildung.

Gerade für Studierende der Pädagogik bietet die unmittelbare Begegnung mit einer technisch geprägten Produktionsumgebung einen besonderen Mehrwert: Sie ermöglicht einen vertieften Einblick in jene realen Arbeitskontexte, auf die berufliche Bildung vorbereitet. Die Verzahnung zwischen Produktionstechnik und Berufspädagogik eröffnet dabei die Chance, industrielle Prozesse nicht nur funktional nachzuvollziehen, sondern sie zugleich unter professions- und bildungstheoretischen Perspektiven zu reflektieren. So entsteht ein interdisziplinärer Lernraum, in dem technische Expertise und bildungswissenschaftliche Perspektiven systematisch miteinander verknüpft werden.

Im Anschluss an die Seminarinhalte zur Arbeits- und Industriesoziologie wurde die Lernfabrik vor Ort als soziotechnisches und cyberphysisches Arbeits- und Lernsystem analysiert. Drei Perspektiven strukturierten die Beobachtung: die menschliche Rolle im Produktionssystem mit ihren Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzanforderungen; Technik als Orientierungshilfe, die Handeln strukturiert und Entscheidungen rahmt; sowie die didaktischen Potenziale der veränderbaren Produktionsumgebung, die über reine Anpassungsqualifizierung hinaus ein vertieftes Verständnis digitalisierter Arbeitsprozesse fördern können.

Beide Institute sind perspektivisch bestrebt, weiterhin Synergien auszuloten und technische sowie pädagogische Perspektiven in Forschung und Lehre stärker auf einander zu beziehen - eine Entwicklung, die durch gemeinsame Formate dieser Art produktiv unterstützt wird.